Die Dinge, die wir nicht sehen

August 1, 2014
, 0 Comments
Photo by  Elike Kossi

Als ich meinem Post über Vegetarismus mit dem Titel „Das Paradoxon“ schrieb, habe ich bewusst ein Aspekt ausgelassen, da ich nicht zu viele verschiedene Aspekte in einem Post anführen wollte. Man soll ja den Focus nicht verlieren.

Ich lebe jetzt seit etwa 35 Tage vegan, also genau ein Monat. Als ich begonnen habe dachte ich mir: „ Gut ich probiere es ein Monat lang und wenn ich nur eine geringfügige Verbesserung meines Zustandes feststellen kann, dann mache ich weiter“. Um zu der Überzeugung zu kommen, dass ich weiter vegan leben möchte, habe ich keine 35 Tage gebracht sondern 3.

Nein, ich habe nicht nach drei Tagen babyweiche Haut, oder 5 Kilo abgenommen, oder sonst irgendeiner der körperlichen Nebeneffekte, die man einer veganen/ vegetarischen Ernährung zuschreibt. Es waren die mentalen Veränderungen, die mich in meinem Entschluss bestärkten.

Zum ersten Mal, hatte ich das Gefühl im Kopf frei zu sein. Ich weiß nicht wie ich das beschreiben soll. Umso sauberer dein Körper wird, umso klarer und sauberer wird dein Geist. Ich war ausgeglichener, hatte eine innere Ruhe. Denken bekam eine ganz neue Form. (warum konnte ich das nicht vor dem Abi herausfinden -_-)

Wir fokussieren uns immer nur zu sehr auf die Erfolge, die greifbar und sichtbar sind. Dabei sind es die Erfolge die man nicht sieht, gerade die die am größten sind. Die die uns beflügeln. Ich möchte nicht sagen, dass ich seit dem ich vegan lebe nicht mehr traurig, wütend oder auch mal verzweifelt bin. Diese Gefühle sind menschlich. Nein, der Unterschied liegt im Umgang mit diesen. Man erholt sich schneller, und verliert die mentale Bodenfestigkeit nicht allzu schnell. Vielleicht muss man einfach mal die Augen schließen, sich für einen Moment blind stellen, damit man die Dinge sehen kann, die man mit den Augen nicht sieht.


                                                                            ♣
Schreibe einen Kommentar

Your email address will not be published.