Die Geschichte einer schwarzen Katze

März 29, 2014
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Es ist traurig. Traurig zu hören wie, junge Menschen ihr Leben beenden oder beenden wollen. Vor einigen Wochen hat sich ein Mädchen etwa 19 Jahre alt unerwartet das Leben genommen, durch eine Überdosis Schlaftabletten und das erinnerte mich an eine Geschichte die ich mit euch Teilen möchte.


Ich kenne ein Mädchen. Sie ist ein fröhliches Mädchen, voller Lebensfreude und positiver Energie. So etwa wird sie von allen anderen beschrieben. Und das trifft auch zu – meistens. Leider hat sie nicht immer viel vom goldenen Kuchen abbekommen im Leben, und die Sonne für längere zeit nicht gesehen. Irgendwann hatte sie aufgeben wollen, weil sie der festen Überzeugung war, dass es für sie keine Leiter mehr gab, sie war schon viel zu tief gefallen, so schien es ihr. Sie war auf dem Weg nach Hause, und es war schon ziemlich dunkel als sie darüber nachdachte. Sie lief und war mit den Gedanken schon längst zu Hause, dort würde alles ein Ende haben. Ihr Haus lag auf der anderen Straßenseite. Sie musste nur noch die Straßen überqueren.




Sie wollte gerade einen weiteren Schritt setzen, als etwas an ihren Beinen vorbei streifte, sodass sie sich erschrak, mit den Gedanken wieder zu sich kam und einen Schritt zurück machte. Ein Auto bremste stark, auf der Straße waren Bremsspuren zu sehen und das Blut verteilte sich auf dem Asphalt. Der Fahrer stieg aus dem Auto,  die Katze zuckte noch ein letztes Mal zusammen bevor sie regungslos da lag. Der Autofahrer schleppte die Katze auf den Bordstein, murmelte etwas und stieg wieder ein und fuhr weiter.




Das Mädchen stand da als wäre sie vor kälte erstarrt. Sie hörte sich laut atmen und spürte dass ihr Beine zitterten. Sie lief auf die andere Straßenseite, wo die Katze lag und beugte sich zu ihr. Sie weiß nicht wie lange sie einfach da stand und zu sah wie das Licht in diesem kleinem Wesen erlosch. Irgendwann lief ein Obdachloser vorbei und murmelte: “ So ein armes Wesen, ich glaube sie ist tot. Naja, so ist das, es trifft immer die Unschuldigen“.




Sie  brach ein paar Tannenzweige ab und deckte die Katze damit zu, aus Angst sie könnte erfrieren. Dann machte sie sich auf den Weg nach Hause. Sie wusste nicht warum, sie hatte jedoch das Gefühl, dass es kein Zufall war. Die Katze hatte ihr das Leben gerettet, das Leben das sie nicht mehr wollte. Es war eine zweite Chance, es war die Leiter, die sie geglaubt hat nie wieder finden zu können. Es war der Moment in dem sie sich bewusst wurde, welchen großen Fehler sie begehen wollte.  Sie wünschte sich den Tot und als sie ihn sah, wollte sie nur noch Eines: Leben. Der Tod dieser Katze sollte nicht umsonst gewesen sein dachte sie sich, als sie in ihrem Bett die Augen schloss, denn sie wusste sie würde sie wieder öffnen.




Am nächsten Tag war die Leiche der Katze verschwunden, das einzige was von dem Geschehen zeugte, waren die Bremsspuren und die Blutflecken auf der Straße. Es war ein sonniger kalter Tag. Sie steht an der Straße und die Menschen laufen an ihr vorbei. Autos fahren vorbei. Niemand ahnt wie viel ihr dieser Ort bedeutet.


Wie viel sie mir bedeutet.
                                                                ♣
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